Palma Aquarium: Blick in Europas größte Korallenfarm

“Aus den kleinsten Fragmenten sind zwei Meter gro?e Korallen geworden”

Palma de Mallorca, 11. Juli 2024 – Korallenriffe z?hlen zu den vielf?ltigsten und zugleich vom Klimawandel am st?rksten bedrohten ?kosystemen der Welt. Engagierte Meeressch?tzer, Forscher und Aktivisten stemmen sich auf Mallorca gegen das Sterben der Riffe: Sie pflegen und vermehren im Palma Aquarium Europas gr??te Sammlung lebender Korallen mit mehr als 70 verschiedenen Arten. Ein Blick hinter die Kulissen einer marinen “Kinderstation”.

Seit 30 Jahren schl?gt Roman Gradels Herz f?r Korallen: Der Chefkurator am Palma Aquarium auf Mallorca ist Experte f?r den Schutz mariner Lebensformen. Seit der Er?ffnung Anfang 2007 werden dort Korallen gez?chtet – urspr?nglich, um die Ausstattung des damals noch jungen Aquariums aus eigenen Ressourcen bestreiten zu k?nnen: “Alle Korallen stammen aus unserer eigenen Farm, wo wir sowohl mediterrane als auch tropische Korallen aus dem Indischen, Pazifischen und Atlantischen Ozean z?chten”, erz?hlt Gradel.

Nachwuchs f?r die Forschung
Mit dem umfangreichen Fachwissen, das daf?r notwendig ist, wuchs die Motivation, auf Mallorca auch zu forschen. Mittlerweile arbeitet das Kuratoren-Team an verschiedenen Projekten, die sich mit der Fragmentierung, der Reproduktion und dem Wachstum von Korallen befassen. Dazu wurde eine eigene Korallenfarm auf die Beine gestellt, die laufend ausgebaut wird. Dort werden Korallenfragmente aus den eigenen Ausstellungsbecken gesammelt und in einen Raum gegeben, in dem sie wachsen und sich vermehren k?nnen. “F?r die Nachzucht wird der Koralle sorgf?ltig und pr?zise ein St?ck entnommen und auf eine m?nzgro?e Basis geklebt, die Fragmentstecker genannt wird. Diese Konstruktionen werden dann auf Tabletts in speziellen Becken platziert, in denen sie alles bekommen, was sie f?r ein gesundes Wachstum brauchen”, erkl?rt Gradel. So haben die Aquaristen in den letzten Jahren einen gro?en Bestand an Korallen aufgebaut, der es nicht nur erm?glicht, das Wissen zu vertiefen, sondern auch weitere Projekte anzugehen und zur Erhaltung dieser bedrohten Spezies beizutragen.

Gr??te Sammlung von Mittelmeer-Korallen
In der Korallenaufzuchtstation des Palma Aquariums werden aktuell mehr als 2.000 Korallen gepflegt. Die ?ltesten Exemplare sind inzwischen knapp 20 Jahre alt, bei Inbetriebnahme des Aquariums waren sie kaum gr??er als faustgro?e Fragmente. Laut Gradel sind heute einige auf die Gr??e von zwei Metern angewachsen, so dass ihnen wiederum vorsichtig Fragmente entnommen werden k?nnen, um die n?chste Generation heranwachsen zu lassen. Heute beherbergt das Palma Aquarium mit mehr als 70 verschiedenen Arten die gr??te Sammlung lebender Korallen in Europa, die die Besucher entlang ihrer Tour in den verschiedenen Wassertanks der mediterranen und tropischen Zonen beobachten k?nnen. Dabei ist es das einzige Aquarium der Welt, das mehr als zwei Dutzend Becken ausschlie?lich den Korallen des Mittelmeers gewidmet hat. “Tats?chlich wissen nur wenige Menschen, dass auch im Mittelmeer diverse Korallenarten leben. Deshalb hat es sich das Palma Aquarium zu einer seiner Hauptaufgaben gemacht, die Besucher gerade f?r deren Sch?nheit und Einzigartigkeit zu begeistern”, so Gradel. Neben den gro?en Korallenaufzuchtstationen beeindruckt das Aquarium auch mit den gr??ten Haifischbecken, die es europaweit zu finden gibt.

Backstage-Tour l?sst hinter die Kulissen blicken
Im Rahmen seiner Stiftung “Fundacion Palma Aquarium” arbeitet das Palma Aquarium mit eigenen Rettungs-, Forschungs- und Zuchtprogrammen aktiv am Auftrag mit, marine Lebensr?ume zu bewahren und f?r die Zukunft zu erhalten. Auch diese Bereiche sind teilweise f?r die Besucher zug?nglich, um ihnen einen Einblick in die wichtige Arbeit des Aquariums zu geben: Meeresbiologen und Korallen-Experten geleiten kleine Gruppen im Rahmen der Backstage-Tour bis in die “Kinderstube” der Korallenb?nke von morgen – und erhalten dabei neben sensorischen Erfahrungen auch ausf?hrliche Informationen ?ber die Biologie der Korallen sowie ihre Bedeutung f?r die ?kologie mariner Lebensr?ume. Besonders die liebevoll angelegten Experimentierstationen laden neugierige Entdecker – ob gro? oder klein – dazu ein, sich durch gezieltes Mitmachen Wissen anzueignen. Und nicht nur die Welt der Korallen gibt es dort zu entdecken: vom Gro?en Katzenhai ?ber die Balearischen Seepferdchen bis hin zu den Meeresschildkr?ten – Besucher bekommen einen einzigartigen Einblick in die zahlreichen Naturschutzprojekte, denen sich die Expertenteams seit vielen Jahren unerm?dlich widmen.

Urlauber, die nur kurz auf Mallorca verweilen und sich deshalb beispielsweise nicht im Rahmen von Freiwilligenprogrammen vor Ort einbringen k?nnen, leisten mit ihrem Besuch dennoch einen wichtigen Beitrag zum Fortbestehen des Aquariums sowie seiner Rettungs- und Zuchtaktivit?ten: “Unsere Naturschutzprogramme werden von vielen Freiwilligen unterst?tzt, die uns bei der S?uberung der Str?nde und der Rettung von verletzten Meerestieren behilflich sind. Doch auch jeder zahlende Gast tr?gt dazu bei, denn ein Teil des Eintrittspreises flie?t direkt in die Palma Aquarium Stiftung”, erg?nzt Gradel. Ob durch Aufkl?rung, Forschung oder Nachzucht – mit dem Palma Aquarium lassen sich die mallorquinische Insel und ihre faszinierende Unterwasserwelt auf ganz besondere Weise erleben.

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