Reiseübelkeit bei Kindern: Tipps für unterwegs

R+V-Infocenter: Ablenkung, Pausen und Ingwer k?nnen helfen

Wiesbaden, 10. Juli 2024. Eine lange Autofahrt in den Urlaub: F?r viele Kinder ist das kein wirklicher Grund zur Vorfreude – weil ihnen unterwegs oft schlecht wird. Doch was k?nnen Eltern tun, um die Reise zu erleichtern? Das Infocenter der R+V Versicherung gibt Tipps.

Kinder reagieren auf Reisen oft empfindlicher als Erwachsene. Der Grund: Im Alter von sechs bis zw?lf Jahren ver?ndert sich die Gleichgewichtswahrnehmung, ist aber noch nicht vollst?ndig ausgebildet. “Im Auto sitzen wir fast die ganze Zeit still. Trotzdem sp?rt der K?rper die st?ndigen Fahrbewegungen. Und dann saust auch noch die Landschaft mit hoher Geschwindigkeit vorbei. F?r das sich entwickelnde Gehirn ist es schwer, diese widerspr?chlichen Sinneseindr?cke zu verarbeiten”, erl?utert Friederike Kaiser, Beratungs?rztin bei der R+V Krankenversicherung. Kinder unter zwei Jahren sind hingegen selten von der Reisekrankheit betroffen. Ihr Gleichgewichtsorgan ist noch relativ unempfindlich.

Mit H?rspielen ablenken
Vielen Kindern mit Reise?belkeit hilft es schon, wenn sie im Auto hinten in der Mitte sitzen. So k?nnen sie nach vorne auf die Stra?e oder in die Weite blicken und sich leichter auf Kurven und H?gel einstellen. Ein Blick aufs Smartphone, Buch oder Videodisplay verst?rkt hingegen die ?belkeit oft. Zur Ablenkung empfiehlt die ?rztin daher Musik oder H?rspiele: “Beim H?ren k?nnen die Augen geschlossen werden. Wie im Schlaf muss das Gehirn dann nicht mit den widerspr?chlichen Reizen klarkommen. Das stabilisiert den Gleichgewichtssinn.” Zus?tzlich k?nnen die Kinder Kaugummis mit Pfefferminzgeschmack kauen.

Ebenfalls hilfreich sind regelm??ige Pausen mit Bewegung an der frischen Luft sowie gesunde Snacks wie Obst und Gem?se. “Dabei ausreichend Fl?ssigkeit nicht vergessen. Getr?nke mit wenig Kohlens?ure sind ideal”, r?t die Medizinerin.

Medikamente nur im Ausnahmefall
Medikamente gegen Reise?belkeit sollten bei Kindern nur eingesetzt werden, wenn nichts anderes Linderung verschafft. “Vor allem f?r j?ngere Kinder sind solche Mittel nur bedingt empfehlenswert. Sie reagieren viel empfindlicher darauf als Erwachsene”, sagt Kaiser. “Einige Medikamente machen f?r l?ngere Zeit m?de, andere verursachen Unruhe und Nervosit?t.”

Ein altbew?hrtes Hausmittel hat dagegen auch in wissenschaftlichen Studien gut abgeschnitten: Ingwer. Roh in Scheiben oder als Aufguss mit Wasser eingenommen, hilft die Wurzel vielen Menschen gegen ?belkeit. F?r Kinder ist Ingwer unbedenklich. “Wegen der Sch?rfe mag das jedoch nicht jedes Kind”, berichtet Kaiser.

Weitere Tipps des R+V-Infocenters:
– Wenn ?belkeit oder Schwindel nach der Fahrt noch anhalten, ist das ein normales Ph?nomen. Der K?rper stellt sich erst nach einer gewissen Zeit wieder auf die “normalen” Bedingungen ein.
– Eine Fahrt im Karussell kann sich ?hnlich auf die Sinneswahrnehmung auswirken und ebenfalls zu ?belkeit und Schwindel f?hren. Dasselbe gilt f?r Computerspiele und Simulationen.
– Kinder, die mit dem Bus verreisen, sollten sich einen Sitz vorne rechts suchen. Im Flugzeug ist ein Platz im mittleren Bereich ?ber den Tragfl?chen am besten. Auch auf einem Schiff sind Schwankungen in der Mitte am wenigsten sp?rbar. Bei Bahnfahrten hilft ein Sitzplatz in Fahrtrichtung am Gang.

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