Steuererklärungen für Flugpersonal: voller Tücken

Frankfurt, M?nchen, D?sseldorf. Das sind Deutschlands gr??te Drehkreuze im Flugverkehr. Gemeinsam fertigten Sie im vergangenen Jahr 138,482 Millionen Passagiere ab. Um dies zu gew?hrleisten, arbeiten mehr als 800.000 Angestellte gem?? Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft in der inl?ndischen Luftfahrt. Ein Teil davon arbeitet in der Luft, wie Piloten und Flugbegleiter. Aufgrund ihres Berufsbildes ist es f?r sie um ein Vielfaches aufwendiger, eine Steuererkl?rung zu erstellen als f?r Bodenpersonal. Es kommen Verpflegungsmehraufwendungen, Trinkgelder oder Stand-by-Zimmer sowie die Reinigung der Berufsbekleidung, unter Umst?nden noch dazu im Ausland, in Betracht. Hier lauern laut Lohnsteuerhilfe Bayern jede Menge steuerrechtliche Fallen.

Flugzeuge sind steuerrechtlich keine T?tigkeitsst?tte

Um Fahrtkosten zur Arbeit geltend zu machen, ist es f?r die Abrechnung seit dem Jahr 2014 entscheidend, ob es zur ersten oder einer anderen T?tigkeitsst?tte geht. Flugzeuge sind hiervon ausgenommen, da sie nicht ortsfest sind. In der Regel wird daher die Homebase als erste T?tigkeitsst?tte verwendet. Das ist der Flughafen, von dem beruflich regelm??ig gestartet und gelandet wird. F?r Fahrten von der Wohnung zur Homebase kann die einfache Wegstrecke mit der Entfernungspauschale geltend gemacht werden, wenn die R?ckkehr am selben Tag zur Wohnung erfolgt. Das hei?t, f?r die ersten 20 km gibt es 30 Cent und ab dem 21. km 38 Cent. Erfolgt die R?ckkehr nicht mehr am Anreisetag, gibt es f?r beide Tage die H?lfte.

Umfangreiche Reisekosten im In- und Ausland

F?r andere dienstliche Fahrten, zum Beispiel zu einem anderen Flughafen, z?hlen sowohl die Hin- als auch die R?ckfahrt als Ausw?rtst?tigkeit. F?r Fahrten mit dem privaten Pkw gibt es 30 Cent f?r jeden gefahrenen Kilometer. Bus- oder Taxikosten werden vom Fiskus zu 100 Prozent anerkannt, vorausgesetzt, es werden Belege eingereicht.

Dazu kommen die Verpflegungspauschalen bei einer Ausw?rtst?tigkeit von mehr als acht Stunden Abwesenheit von zu Hause und der ersten T?tigkeitsst?tte, wenn der Arbeitgeber die Verpflegungsmehraufwendungen nicht steuerfrei erstattet oder eine Bordverpflegung inkludiert hat. F?r die H?he der Verpflegungspauschale ist das Land, in welchem zuletzt an diesem Arbeitstag gelandet wurde, heranzuziehen. Hieran erkennt man die Schwierigkeiten des Flugpersonals gut, denn f?r die Steuererkl?rung sind die genauen Dienstzeiten und Destinationen auszuwerten.

?bernachtungskosten in Hotels k?nnen abgesetzt werden, wenn die Airline sie nicht ?bernommen hat. In jedem Fall k?nnen fliegende Besch?ftigte Trinkgelder geltend machen. Daf?r wird eine Pauschale in H?he von 3,60 Euro je Hotelaufenthalt oder 150 Euro Pauschale pro Jahr anerkannt. Wenn neben dem Zimmerservice im Hotel, auch die Bedienung im Restaurant und der Taxifahrer, beispielsweise in den USA, Trinkgelder erwarten, deckt diese Pauschale die realen Ausgaben leider nicht ab.

Weitere typische Werbungskosten bei Airlines

F?r die Vorbereitungen auf einen Einsatz in der eigenen Wohnung k?nnen Mitglieder einer Cockpit- oder Kabinencrew die Homeoffice-Pauschale mit 6 Euro t?glich, maximal bis zu 1.260 Euro pro Jahr, geltend machen. F?r eine b?rom??ige Ausstattung zu Hause k?nnen die Arbeitsmittel extra abgesetzt werden. Darunter fallen z.B. der Schreibtisch, der B?rostuhl und die Tischlampe. Bei ?berwiegend beruflicher Nutzung k?nnen Notebook, Tablet, Drucker, Navigationsger?te, Headset und Handy vollst?ndig geltend gemacht werden. Definitiv anerkannt werden Pilotenkoffer und Flightkits, teilweise auch rein beruflich genutzte Koffer oder Taschen.

Die st?ndige Rufbereitschaft und berufliche Telefonate von unterwegs k?nnen als Telekommunikationskosten entweder pauschal mit 20 Prozent der monatlichen Telefongeb?hren, allerdings maximal 20 Euro, oder anhand von Einzelgespr?chsnachweisen abgesetzt werden. Als dritte Alternative ist eine Sch?tzung durch eine dreimonatige Aufzeichnung und eine anschlie?ende Hochrechnung aufs Jahr zul?ssig.

Im Look der Airline unterwegs

Da f?r Flugpersonal einheitliche Uniformen vorgeschrieben sind, kann der Aufwand als Berufsbekleidung geltend gemacht werden. Dies betrifft Eigenanteile bei der Anschaffung und die Reinigungs- und Erhaltungskosten. Wird eine Reinigung im Hotel beansprucht, muss auf der Rechnung der Vermerk “Reinigung von Uniformteilen” stehen, damit das Finanzamt die Kosten anerkennt. F?r das Waschen, Trocknen und B?geln zu Hause m?ssen die anteiligen Kosten f?r Waschmaschine, Strom, Wasser, Waschpulver etc. berechnet werden. Alternativ kann ein Pauschbetrag, der von Verbraucherverb?nden publiziert wird, herangezogen werden.

Auch f?r den Job notwendige Visageb?hren, Zweit- oder Ersatzreisep?sse wegen h?ufiger Ein- und Ausreisen inklusive Fotomaterial und Fahrtkosten zu den ?mtern k?nnen abgesetzt werden. Sprachkurse, die aufgrund des beruflichen Einsatzes notwendig sind, d?rfen ausnahmsweise im Ausland absolviert werden. Nur Anf?ngersprachkurse streicht das Finanzamt, weil sie nicht zu den Fortbildungskosten z?hlen. Sollte ein zus?tzliches Stand-by-Zimmer in Flughafenn?he notwendig sein, k?nnen die Aufwendungen gem?? einer doppelten Haushaltsf?hrung ber?cksichtigt werden und die Steuerlast reduzieren.

Da sich Laien meist viele Tage mit ihrer Steuererkl?rung plagen, lohnt es sich, einen Profi mit der Erstellung zu beauftragen. Nicht nur im Hinblick auf den Freizeitgewinn, sondern auch auf das Steuerergebnis. “Zudem wird vermieden, dass kostbare Zeit aus Unwissenheit umsonst investiert wird, weil das Finanzamt die Posten schlie?lich nicht anerkennt und streicht. Auf der anderen Seite werden m?glicherweise Potenziale, die Geld bringen, verschenkt, weil sie in die Steuererkl?rung nicht eingetragen werden”, so Tobias Gerauer, Vorstand und Steuerberater der Lohnsteuerhilfe Bayern.

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