Tankstelle 2040: Drehscheibe der Mobilität

Tankstelle 2040: Drehscheibe der MobilitätBochum/Berlin (ots) –

Institut für Verkehrsforschung des DLR und Aral prognostizieren
Mobilitätstrends bis 2040 für ganz Deutschland – Fahrleistung steigt
trotz sinkender Bevölkerungszahl – auch in 20 Jahren noch breiter
Antriebs- und Kraftstoffmix – Vision der Tankstelle der Zukunft in
vier unterschiedlichen Raumtypen – Chancen für neue Geschäftsmodelle
rund um künftige Mobilitätsangebote

vollständige Studie, Fotos, Grafiken, Videomaterial:
www.aral.de/tankstellederzukunft

Durch Elektrifizierung, Automatisierung und neue Kundenbedürfnisse
verändern sich die Anforderungen im Tankstellengeschäft deutlich.
Außerdem bieten sich Chancen für neue Geschäftsmodelle. Dazu zählen
zukünftig beispielsweise ultraschnelle Ladesäulen für Pkw und Lkw,
die Wartung von autonomen Flotten, ein Landeplatz für Lufttaxis sowie
Akkuwechselstationen für E-Bikes und E-Scooter. Zudem werden durch
einen breiten Antriebsmix bei den Fahrzeugen bis zum Jahr 2040
weiterhin konventionelle sowie zunehmend alternative Kraftstoffe
nachgefragt. Das sind die wesentlichen Ergebnisse der neuen Aral
Studie “Tankstelle der Zukunft”, die heute in Berlin von Prof. Dr.
Barbara Lenz, Leiterin des Instituts für Verkehrsforschung des
Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Patrick
Wendeler, Vorstandsvorsitzender der Aral AG, präsentiert wurden.

In der umfassenden Studie haben Aral und das DLR untersucht, wie
sich Fahrleistung, Fahrzeugflotten und deren Antriebsarten sowie das
Mobilitätsverhalten in Deutschland bis 2040 verändern und welche
Rolle Tankstellen dabei in Zukunft spielen werden. Insgesamt vier
Raumtypen haben die Fachleute unter die Lupe genommen: die Großstadt,
den ländlichen Raum, den städtisch geprägten Kreis und die Autobahn.

Insgesamt prognostiziert das DLR, dass die Deutschen 2040 mit Pkw
und Nutzfahrzeugen etwa 900 Milliarden Kilometer jährlich zurücklegen
– rund ein Viertel mehr als noch im Jahr 2010. “In zwanzig Jahren
werden wir bis ins hohe Alter mobil sein. Außerdem tragen neue
Mobilitätsangebote und der wachsende Online-Handel zur zunehmenden
Fahrleistung bei”, erläuterte Barbara Lenz. Trotz sinkender
Bevölkerungszahl wächst deshalb das Verkehrsaufkommen in allen
untersuchten Raumtypen.

Berufsbedingte Fahrten von Taxiunternehmen, Handwerkern oder
Pflegediensten nehmen in Deutschland um jeweils rund 50 Prozent zu
(2040: rund 105 Milliarden Kilometer). Nutzfahrzeuge legen bis 2040
sogar die doppelte Kilometerzahl zurück (rund 200 Milliarden
Kilometer). Der Personenverkehr steigt zwar weniger stark an,
allerdings machen Wege wie etwa zum Supermarkt, Sportverein oder zum
Arbeitsplatz in 20 Jahren immer noch den größten Anteil aus (rund 591
Milliarden Kilometer). Dabei kommt der private Pkw besonders im
ländlichen Raum zum Einsatz. Dort Ansässige legen aufgrund der
eingeschränkten Infrastruktur öfter weitere Distanzen zurück. Anders
als in der Großstadt, in der durch vielfältige Mobilitätsangebote das
eigene Auto häufiger stehen bleibt. Im Jahr 2040 werden dort autonome
Fahrzeuge fahren, die dann bereits 25 Prozent der Gesamtflotte
ausmachen.

Tankstelle als Drehscheibe der Mobilität

Die Tankstellen bleiben auch in den kommenden 20 Jahren wichtige
Anlaufstellen im mobilen Alltag und werden durch neue und bestehende
Mobilitätsangebote buchstäblich zur Drehscheibe der Mobilität. Die
drei klassischen Angebotssäulen – Kraftstoffe, Shop und Autowäsche –
profitieren von den Veränderungen im Verkehr und entsprechender
Nachfrage. Für das Kraftstoffgeschäft bedeutet das eine Erweiterung
der Angebotspalette. Laut Studie fahren Pkw im Jahr 2040 zunehmend
teilelektrisch mit Hybridantrieb. Benzin- und Diesel-Hybride haben
mit 58 Prozent den größten Anteil am gesamten Pkw-Bestand. Aber auch
Plug-In-Hybride sind mit 16 Prozent vertreten. Effiziente benzin- und
dieselbetriebene Fahrzeuge machen in der gesamten Fahrzeugflotte
knapp ein Viertel aus. Rechnet man die Diesel- und
Benzin-Hybrid-Autos hinzu, so tanken insgesamt zwei Drittel der
Pkw-Flotte immer noch regelmäßig konventionelle Kraftstoffe –
zunehmend kombiniert mit weiter-entwickelten Biokomponenten und
synthetischen Kraftstoffen. Zudem wird es auch mehr Ladesäulen geben.
Ohne regulatorische Maßnahmen fahren laut DLR-Prognose rund drei
Prozent der Pkw sowie 13 Prozent der Nutzfahrzeuge 2040
ausschließlich batterieelektrisch. Alternativ bieten die Stationen
verflüssigtes und komprimiertes Erdgas (LNG, CNG), Wasserstoff und
möglicherweise Autogas (LPG) an. “Ein breiter Kraftstoffmix
entspricht nicht nur zukünftigen Marktanforderungen, sondern ist auch
gleichzeitig der Schlüssel zur Erreichung der Klimaziele im
Verkehrssektor”, so Patrick Wendeler.

Mit der zunehmenden Mobilität ergeben sich auch Wachstumschancen
für das Shopgeschäft: Unterwegsversorgung sowie flexible und
bedarfsgerechte Einkaufsmöglichkeiten werden stärker nachgefragt. Per
“Home-Delivery” können die Einkäufe mit autonomen Fahrzeugen nach
Hause geliefert werden. Zudem können Kunden vor Ort in Bistros auf
das Pooling-Fahrzeug warten. Von der wachsenden Zahl geteilter
Fahrzeuge profitiert auch die Autowäsche, da die Wagen öfter
gereinigt werden müssen.

Großstadt – serviceorientiertes Mobilitätszentrum

Neue Mobilitätstrends setzen sich im dichten Großstadtverkehr am
schnellsten durch. Dort bündelt die Tankstelle viele dieser Angebote:
E-Bikes, autonome Sharing- und Pooling-Fahrzeuge sowie Lufttaxis
stehen bereit und werden während ihrer Standzeit geladen bzw.
gewartet. An Automaten können Zweiradfahrer – ob Kurierdienst oder
privat – ihre Akkus tauschen. Für Wartende hält das Bistro frische,
verzehrfertige Speisen und Getränke bereit. Geschäftsleute können
außerdem Meetingräume anmieten. Eine mehrgeschossige Bauweise
ermöglicht diese Angebotsvielfalt im urbanen Raum.

Städtisch geprägter Kreis – Umsteigeplatz mit Rundumversorgung

2040 pendeln immer mehr Menschen aus umliegenden Gebieten in die
Großstädte. An den “Eingangstoren” im städtisch geprägten Kreis
bietet die Tankstelle die Möglichkeit zum Umstieg vom privaten auf
kollektive Verkehrsmittel: Mit autonomen Pooling-Fahrzeugen, einem
komfortablen Premium-ÖPNV auf einer Extra-Spur oder dem Lufttaxi
überbrücken Pendler die “letzte Meile” ohne Stop-and-Go im Stau.
Betreiber autonomer Flotten finden an der Station umfassenden
Service: von der Wäsche über ultraschnelles Laden bis hin zu
kleineren Wartungsarbeiten. Private Autofahrer können dort ihr
Fahrzeug waschen, sich im Shop mit Frische- und Convenience-Produkten
versorgen, Wartezeiten im Bistro überbrücken oder die Packstation
nutzen.

Ländlicher Kreis – Umschlagplatz mit Nahversorgung

Im ländlichen Raum bleibt das eigene Auto zentral für die
Mobilität, zumal die zu fahrenden Strecken aufgrund einer sich
ausdünnenden Infrastruktur immer länger werden. Tankstellen können
als sozialer Treffpunkt sowie mit einem größeren Shop-Angebot und
Paketdienst-leistungen den ländlichen Raum bereichern. Neu ist ein
kombinierter Personen-Güterverkehr: Handwerker oder Pflegedienste
nehmen von der Paketstation an der Tankstelle Lieferungen für ihre
Kunden oder Patienten mit und entlasten damit Paketdienstleister von
Fahrten in entlegene Gebiete.

Autobahn-Station – Services für Güter- und Fernverkehr

Effektive Zeitplanung zählt auch im wachsenden Güterverkehr, der
bis 2040 auf vordefinierten Autobahn-Routen automatisiert wird. An
autobahnnahen Tankstellen erfolgt der Wechsel von autonomen auf
fahrergeführte Lkw für den Stadtverkehr. Die Station bietet zudem
ultraschnelle Lademöglichkeiten für elektrische Nutzfahrzeuge bis 3,5
Tonnen und Fernreisende. Erweiterte Gastronomieangebote und
funktionelle Übernachtungsmöglichkeiten für Lkw-Fahrer – sogenannte
Trucker-Cubes – sind weitere Angebote für den Nutzfahrzeugverkehr.
Ausgewählte Standorte werden außerdem zu Haltestellen für Fernbusse.
Passagiere können mit Shuttle-Services weiter an ihr Ziel gelangen.

Aral zieht positives Fazit

Der wachsende Verkehr, innovative Mobilitätstrends und daraus
entstehende zusätzliche Kundenbedürfnisse eröffnen dem
Tankstellengeschäft neue Chancen. “Ich bin überzeugt, dass viele der
vorgestellten Services im Jahr 2040 Realität sein werden”, fasst
Patrick Wendeler zusammen. Für die kommenden Herausforderungen sieht
er Aral gut gerüstet – zumal Tests mit Ultraschnellladesäulen für Pkw
und Akkuautomaten für Zweiräder bereits in der Umsetzung sind. Aus
der Kooperation mit Rewe To Go mit 550 erweiterten Standorten bis zum
Ende des Jahres ergibt sich darüber hinaus ein Alleinstellungsmerkmal
im Shopbereich.

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