Wer Pflege zuhause politisch will, muss diejenigen stärken, die sie Tag für Tag leisten.
Berlin, 15. Mai 2026 – Anlässlich des Internationalen Tags der Familie warnt die Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten Deutschland (BdSAD) e.V. eindringlich vor einer weiteren Überlastung pflegender Angehöriger und deren Familien. Vor dem Hintergrund der derzeit diskutierten Pflegereform sorgen Berichte über mögliche Kürzungen bei den Rentenpunkten für pflegende Angehörige für große Verunsicherung.
Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung sind dort aktuell rund 1,7 Millionen Pflegende – davon rund 85 Prozent Frauen – versichert. Die von der Pflegekasse gezahlten Beiträge sind auf die sogenannte Mindestversicherungszeit anrechenbar.
„Wer Angehörige pflegt, leistet täglich einen unverzichtbaren gesellschaftlichen Beitrag. Diese Menschen dürfen nicht durch Leistungskürzungen bestraft werden“, erklärt Carolin Favretto, Vorsitzende des Vorstands der BdSAD.
Auch die bundesweite Interessensvertretung wir pflegen e.V hebt in einer jüngsten Stellungnahme hervor, dass pflegende Angehörige keine bloßen „Kostenverursacher“ seien, sondern als unverzichtbarer Rettungsanker ein bereits heute stark belastetes Pflegesystem stützten. Ohne ihr Engagement würde die pflegerische Versorgung in Deutschland in vielen Bereichen nicht mehr aufrechterhalten werden können. Vermisst wird in den jüngsten Reformplänen ebenfalls ein Fokus auf Gesundheitsprävention und Schutz vor Überlastung pflegender An- und Zugehöriger.
Statt Leistungsabbau ist ein Ausbau von nachhaltigen und niedrigschwellig zugänglichen Entlastungsstrukturen im Alltag vonnöten
„Qualifizierte Senioren-Assistenz und Alltagsbegleitung kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten“, so Carolin Favretto, „denn sie unterstützt ältere Menschen stundenweise im Alltag, begleitet sozial, entlastet Angehörige organisatorisch und hilft dabei, ein selbstbestimmtes Leben zuhause möglichst lange zu erhalten. Diese niedrigschwellige Unterstützung verhindert Überforderung, wirkt präventiv und spart vor allem Kosten.“
Positiv bewertet die BdSAD aktuelle Entwicklungen in Hessen. Dort soll die Pflegeunter-stützungsverordnung dahingehend weiterentwickelt werden, mehr Angebote zur Unterstützung im Alltag zu ermöglichen. Ziel ist ausdrücklich die bessere Entlastung pflegender Angehöriger und die langfristige Stärkung häuslicher Versorgung.
Die BdSAD fordert:
* eine deutliche Stärkung niedrigschwelliger Unterstützungsangebote,
* eine bessere finanzielle Anerkennung häuslicher Pflege,
* den flächendeckenden Ausbau und die Anerkennung qualifizierter Senioren-Assistenz und Alltagsbegleitung als eigenständige Säule in der ambulanten Pflege sowie
* eine Pflegereform, die Entlastung schafft statt zusätzlicher Unsicherheit.
„Familien brauchen keine neuen Belastungen, sondern verlässliche Unterstützung“, betont Carolin Favretto. „Wer Pflege zuhause politisch will, muss diejenigen stärken, die sie Tag für Tag leisten.“
In dieser Presseinformation wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
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Die Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten Deutschland (BdSAD) e.V. mit Sitz in Berlin ist die Interessenvertretung qualifizierter Dienstleister, die begleitende Alltagsunterstützung für Senioren und Menschen mit Hilfebedarf anbieten. Der Verein setzt sich für die Anerkennung des Berufsbildes in der Gesellschaft ein und ist ein Beratungs- und Kompetenznetzwerk mit hohen Qualitätsansprüchen. Auf der Homepage bietet die BdSAD eine Suchfunktion mit der Liste aller Mitglieder als übersichtlichen und schnellen Service an.
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