Sparringspartner Tom Hill benennt die Ursache hinter der Strategiemüdigkeit – und warum die Zukunft keine Verlängerung der Gegenwart ist.
Darmstadt, im Juni 2026. „Wir arbeiten so viel – und kommen nicht von der Stelle.“ Diesen Satz hört Tom Hill in fast jedem Gespräch mit Unternehmern und Geschäftsführern. Die Betroffenen machen nichts falsch: Sie haben Strategien, Workshops, Projekte, die Zahlen im Griff. Und trotzdem bleibt eine Müdigkeit, die mit Urlaub nicht weggeht. Hill nennt diesen Zustand seit Längerem Strategiemüdigkeit. Mit einem neuen Begriff legt er nun die Ursache dahinter frei.
Die naheliegende Deutung – Erschöpfung – führt in die Irre. „Strategiemüdigkeit ist kein Zustand, der einfach passiert. Sie hat eine Ursache, und die ist unsichtbar, weil sie so vernünftig aussieht“, sagt Hill. Unternehmen nähmen das Heute, verlängerten es um drei Jahre, rechneten es hoch – und nennten das Ergebnis Zukunft. Genau diesen Denkfehler bezeichnet Hill als Fortschreibungsfalle (fachlich: Extrapolationsfalle).
Der Kern des Arguments: Die Zukunft ist keine Verlängerung der Gegenwart. „Eine Fortschreibung kann nur eines: das Tempo erhöhen. Eine Richtung kann sie nicht geben, denn Richtung steckt nicht im Bestehenden – sie muss entworfen werden“, so Hill. Wer das Bestehende fortschreibt, optimiere das Gestern und werde dabei umso müder, je besser er darin werde, weil jede Anstrengung in eine Richtung fließe, die nie entschieden wurde.
Hill bringt das auf einen Satz, der zum Leitgedanken seiner Arbeit geworden ist:
„Strategie ist keine Fortschreibung. Strategie ist eine Richtungsentscheidung.“
Damit ordnet sich ein verbreitetes Missverständnis neu: Strategiemüdigkeit ist das Symptom, die Fortschreibungsfalle die Ursache. Hill verweist auf eine verwandte Beobachtung des MIT-Forschers Otto Scharmer, der in seiner Theory U vom „Downloading“ spricht – dem Reproduzieren vertrauter Muster, statt sich auf eine entstehende Zukunft einzulassen. „Scharmer denkt in großen gesellschaftlichen Bögen. Im Mittelstand sieht derselbe Mechanismus nüchterner aus: Unternehmen verlängern ihre Gegenwart und nennen das Strategie.“
Den Ausweg sieht Hill nicht in mehr Erholung oder der nächsten Strategie, sondern in einem Zukunftsbild: der bewusst gewählten Richtung, die sich aus dem Bestehenden gerade nicht ableiten lässt. „Die Müdigkeit verschwindet, wenn die Arbeit wieder eine Richtung hat.“ Das verlange einen Bruch, keine Verlängerung – und meist jemanden, der gegenhält.
Den vollständigen Gedanken hat Tom Hill in seinem Denkraum auf viewfromthehill.de veröffentlicht. Die Fortschreibungsfalle ergänzt eine Reihe eigener Begriffe, mit denen Hill über Zukunft, Strategie und Orientierung im Mittelstand schreibt – unter anderem im Rahmen seines Buchprojekts „Zukunft.Unternehmen.“.
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„Aus allem, was ist, das formen, was sein könnte.“ – das ist der Leitsatz von viewfromthehill. Die Beratung von Tom Hill arbeitet mit Unternehmerinnen und Unternehmern an der Frage, die vor Innovation und Strategie liegt: Wohin soll sich das Unternehmen entwickeln? Im Zentrum steht das Zukunftsbild – ein konkretes, geteiltes Bild der angestrebten Entwicklung, aus dem sich Strategie, Entscheidungen und Führung ableiten. Sparring statt Analyse: in Zukunftsbild-Workshops, in strategischem Sparring und in Klarheits-Arbeit in Transformations- und Nachfolgephasen. Tom Hill ist Strategieberater mit über 15 Jahren Mittelstandserfahrung, Partner im Beraternetzwerk Fuchs von Morgen. Standort: Darmstadt. Für Unternehmerinnen und Unternehmer, die größer denken müssen, als ihr Modell aktuell trägt.
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