Zwischen Automatisierung und Autonomie: Die neue Rolle des MES
Montabaur, 29. Juli 2026 – Die Vision der Dark Factory gewinnt durch den rasanten Fortschritt der Künstlichen Intelligenz zunehmend an Dynamik. Autonome Produktionsprozesse, intelligente Assistenzsysteme und selbstlernende Algorithmen gelten als nächste Entwicklungsstufe der industriellen Fertigung. Doch mit dem wachsenden Fortschritt von KI stellt sich eine zentrale Frage: Welche Rolle spielt künftig das Manufacturing Execution System (MES/MOM)? Für die iTAC Software AG ist die Antwort eindeutig: Nicht KI ersetzt das MES – vielmehr wird das MES zur unverzichtbaren Grundlage für den intelligenten Einsatz von KI.
Immer häufiger wird die Dark Factory als Zielbild einer vollständig autonomen Produktion diskutiert. In diesem Zukunftsszenario treffen Maschinen, Anlagen und Softwaresysteme viele Entscheidungen eigenständig und steuern Produktionsprozesse weitgehend autonom.
„Dabei handelt es sich jedoch weniger um einen kurzfristig erreichbaren Endzustand, sondern um eine langfristige Reifegradentwicklung. In hochstandardisierten Fertigungsumgebungen werden autonome Abläufe zunehmend Realität. In vielen Industrieunternehmen bestimmen jedoch Variantenvielfalt, kleine Losgrößen und kurzfristige Änderungen weiterhin den Produktionsalltag. Dort geht es nicht um menschenleere Fabriken, sondern um eine intelligente Zusammenarbeit zwischen Mensch, Produktionssystemen und KI“, sagt Martin Heinz, CEO der iTAC Software AG.
Menschen übernehmen dabei immer mehr steuernde, überwachende und strategische Aufgaben, während KI sie bei Analysen, Ursachenforschung und Entscheidungen unterstützt.
KI braucht Produktionskontext
Damit KI jedoch Produktionsprozesse zuverlässig analysieren, Zusammenhänge erkennen und fundierte Handlungsempfehlungen ableiten kann, benötigt sie weit mehr als große Datenmengen. Entscheidend ist der Produktionskontext: Welche Maschine bearbeitet welches Produkt? Welche Materialien wurden eingesetzt? Welche Prozessparameter galten? Welche Qualitätsvorgaben sind einzuhalten? Erst dieser Kontext ermöglicht belastbare Analysen und fundierte Entscheidungen.
Genau hier übernimmt das Manufacturing Execution System heute und künftig eine zentrale Rolle. Es steuert und dokumentiert Produktionsabläufe, verknüpft Maschinen, Materialien, Mitarbeitende und Prozesse und schafft damit den Produktionskontext, den Analytics und KI für belastbare Auswertungen und fundierte Entscheidungen benötigen.
Die Zukunft der Produktion liegt daher nicht im Ersatz des MES durch KI, sondern im intelligenten Zusammenspiel beider Welten. Während das MES Produktionsprozesse steuert und absichert, analysieren Analytics-Lösungen Produktions- und Maschinendaten nahezu in Echtzeit und identifizieren Optimierungspotenziale. KI nutzt diese Erkenntnisse, um Ursachenanalysen, Handlungsempfehlungen und Assistenzfunktionen bereitzustellen. Gemeinsam schaffen MES, Analytics und KI die Voraussetzungen für eine zunehmend autonome Produktion.
Mit konkreten Anwendungsfällen beginnen
Viele Unternehmen starten ihre KI-Initiativen noch immer technologiegetrieben. Erfolgreicher ist dagegen ein anderer Ansatz, wie Martin Heinz erläutert: „Nicht die Frage `Wo können wir KI einsetzen?` sollte am Anfang stehen, sondern `Welche Entscheidung möchten wir verbessern?`. Typische Anwendungsfälle sind beispielsweise die Ursachenanalyse bei Qualitätsproblemen, die Optimierung von Rüstzeiten oder die Unterstützung von Mitarbeitenden beim schnellen Zugriff auf Produktionswissen.“
Unternehmen, die bereits über eine moderne MOM- oder MES-Lösung verfügen, können solche Anwendungen deutlich schneller produktiv einsetzen, weil die erforderlichen Prozess- und Produktionsdaten bereits verfügbar sind.
Mit Lösungen wie dem Fertigungsmanagementsystem iTAC.MOM.Suite sowie der KI-Plattform iTAC.CATi verfolgt iTAC genau diesen Ansatz. Ziel ist es, Produktionswissen, Echtzeitdaten und Künstliche Intelligenz in einem gemeinsamen Kontext zusammenzuführen. So entstehen intelligente Assistenzsysteme, die Mitarbeitende unterstützen und gleichzeitig den Weg zu einer zunehmend autonomen Produktion ebnen. Die Dark Factory kann damit zur konsequenten Weiterentwicklung einer digital vernetzten Produktion werden.
Die iTAC Software AG, ein eigenständiges Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaukonzerns Dürr, ist ein ein führender MES/MOM-Hersteller. Das Unternehmen bietet mit der iTAC.MOM.Suite ein ganzheitliches Fertigungsmanagementsystem, das weltweit bei Unternehmen der diskreten Fertigung eingesetzt wird. Zu den adressierten Branchen zählen unter anderem Automotive, E-Mobility, Elektronik/EMS, Telekommunikation, Medizintechnik, Metallindustrie und Spritzguss. Weitere Systeme und Lösungen zur Umsetzung von IIoT- und Industrie 4.0-Anforderungen runden das Portfolio ab. So bietet das Unternehmen unter anderem die iTAC.MA.Suite für tiefgreifende Analysen auf Maschinen-, Linien- und Fabrikebene sowie KI-gestützte Lösungen. Die iTAC Software AG hat ihren Hauptsitz in Montabaur in Deutschland sowie eine Niederlassung in den USA, in Mexiko, China und Japan, und verfügt über ein weltweites Partnernetzwerk für Vertrieb und Service. Zum iTAC-Verbund gehören die Unternehmen DUALIS, Cogiscan und Accevo.
Der Dürr-Konzern ist ein weltweit führender Maschinen- und Anlagenbauer mit besonderer Kompetenz in den Technologiefeldern Automatisierung, Digitalisierung und Energieeffizienz. Seine Produkte, Systeme und Services ermöglichen hocheffiziente und nachhaltige Fertigungsprozesse – vor allem in der Automobilindustrie und bei Produzenten von Möbeln und Holzhäusern, aber auch in Branchen wie Chemie, Pharma, Medizinprodukte, Elektro und Batteriefertigung. Der Dürr-Konzern erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von knapp 4,2 Mrd. EUR und hat derzeit rund 18.000 Beschäftigte sowie 124 Standorte in 32 Ländern.
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