Der nächste Anschlag ist programmiert: KRITIS-Sicherheit braucht jetzt weitere Schritte

private Sicherheitsdienste müssen Polizei an neuralgischen Punkten rasch entlasten;
ISL-Lösungsansatz als Schutzmodell in zwei Stufen;
besonders sensible Punkte brauchen technisches Upgrade

Mit dem KRITIS-Dachgesetz hat Deutschland erstmals einen bundeseinheitlichen und sektorübergreifenden Rahmen für den physischen Schutz kritischer Infrastruktur geschaffen. Das Gesetz umfasst elf Sektoren, definiert bundesweit, welche Einrichtungen als kritische Anlagen gelten, und schreibt Mindestanforderungen wie Risikoanalysen, stärkeren Objektschutz und die Meldung erheblicher Vorfälle vor. Kritische Anlagen erfasst das Gesetz unter anderem dann, wenn sie essenziell für die Gesamtversorgung sind. Seit diesem März ist das Gesetz in Kraft; die parlamentarische Fassung sieht zudem vor, dass Länder weitere kritische Anlagen benennen können und das Gesetz bereits nach zwei Jahren evaluiert wird.

Aus Sicht der Sicherheitsunternehmen Area Control und Global Protect ist das ein notwendiger, aber nicht ausreichender Schritt. Denn Regulierung allein schließt keine Schutzlücken. Berlin hat nach dem Terroranschlag auf das Stromnetz im Januar 2026 selbst kurzfristige zusätzliche Eigenschutzmaßnahmen für KRITIS-Betreiber benannt – darunter verstärkte Videoüberwachung, Sensorik und weitere standortbezogene Schutzmaßnahmen. Zugleich betonte die Senatsverwaltung, dass private Sicherheitsdienste die Polizei an neuralgischen Punkten rasch entlasten sollen.

„Die aktuelle Sicherheitslage kritischer Infrastrukturen in Berlin erfordert kurzfristiges, operatives Handeln. Schutz darf nicht erst mit langfristigen Bau- und Genehmigungsprozessen beginnen. Kritische Infrastruktur muss sofort dort abgesichert werden, wo Schutz akut benötigt wird – schnell, flexibel und wirksam“, sagt Philipp Kiraj, Geschäftsführer des Sicherheitstechnikanbieters Area Control.

Area Control plädiert deshalb für einen ISL-Lösungsansatz. Gemeint ist ein integriertes Schutzmodell in zwei Stufen: zuerst sofort wirksame, temporäre Maßnahmen zur Schließung akuter Sicherheitslücken; anschließend der gezielte Übergang in dauerhafte technische und personelle Schutzkonzepte. Mobile Sicherheitstechnik kann Standorte kurzfristig absichern, Präsenz schaffen und Bedrohungen frühzeitig sichtbar machen. Langfristig braucht es fest installierte Systeme, die Bedrohungen detektieren, dokumentieren, bewerten und automatisiert abschrecken oder melden, ergänzt um qualifizierte personelle Kräfte an sensiblen Standorten.

Ein Bereich, der im Kontext kritischer Infrastruktur besondere Aufmerksamkeit verdient, ist die Krankenhausversorgung. Kliniken, Notaufnahmen und psychiatrische Einrichtungen gehören zu den besonders sensiblen Versorgungsstrukturen. Hier müssen physische Sicherheit, geordnete Abläufe, Schutz des Personals, Patientensicherheit und digitale Schutzmechanismen eng zusammenspielen. GLOBAL Protect ist insbesondere in diesem Umfeld tätig und verbindet den Schutz von Klinikpersonal, Patienten und sicherheitsrelevanten Bereichen mit integrierten physischen und digitalen Sicherheitslösungen für KRITIS nahe Einrichtungen.

„Viele Menschen denken bei kritischer Infrastruktur zuerst an Energie, Wasser oder Verkehr. Krankenhäuser stehen in der öffentlichen Wahrnehmung nicht immer im Vordergrund – dabei zeigt sich gerade in Kliniken, warum ein integrierter Sicherheitsansatz so wichtig ist. Sicherheit entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch das Zusammenspiel aus Risikoanalyse, technischer Überwachung, digitaler Gefahrenabwehr, geschultem Personal und kurzfristiger Einsatzbereitschaft“, erklärt Andreas Dzierzanowski Geschäftsführer der GLOBAL PROTECT Sicherheitsdienste GmbH.

„Die Polizei ist bereits heute stark belastet und kann vor allem in Notfallsituationen nicht dauerhaft alle KRITIS-Standorte abdecken. Qualifizierte private Sicherheitsdienstleister müssen deshalb stärker als operative Ergänzung eingebunden werden – nicht als Ersatz staatlicher Aufgaben, sondern als zusätzliche Präsenz- und Schutzkomponente. Erst das Zusammenspiel aus temporären Sofortmaßnahmen, dauerhaften technischen Lösungen und qualifizierten personellen Ressourcen ermöglicht es, kritische Infrastrukturen sowohl kurzfristig als auch langfristig wirksam und professionell zu schützen“, so Kiraj weiter. „Voraussetzung dafür sind klare Standards, zertifizierte Unternehmen und transparent qualifiziertes Personal. Gerade im KRITIS-Umfeld dürfen intransparente Sub-Sub-Strukturen keine Rolle spielen.“

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Über Area Control

Area Control entwickelt und vertreibt professionelle Sicherheitstechnik für temporäre und dauerhafte Schutzanforderungen. Der Fokus liegt auf modernen, robusten und flexibel anpassbaren Lösungen für Baustellen, Unternehmensstandorte, öffentliche Einsatzorte und Veranstaltungsflächen. Zum Angebot zählen unter anderem mobile Kameratürme, Alarm- und Zutrittssysteme sowie autarke Energieversorgungslösungen.
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GLOBAL Protect betreut seit 2008 Kunden in hoch sensiblen Sicherheitsbereichen. Das Berliner Unternehmen ist unter anderem für Objekt mit besonderen Schutzbedarfen, Kliniken, temporäre Unterkünfte, Bildungs- und Senioreneinrichtungen tätig und verfügt über besondere Erfahrung im Schutz sozialer, medizinischer und betreuungsnaher Einrichtungen. Bundesweit beschäftigt GLOBAL Protect mehr als 300 Sicherheitskräfte in unterschiedlichen Einsatzfeldern. Zum Leistungsspektrum zählen objektbezogene Sicherheitsdienste, Schutz- und Zugangskonzepte, personelle Präsenz an sensiblen Standorten sowie integrierte physische und digitale Sicherheitslösungen.
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