Repräsentative YouGov-Erhebung unter rund 1.000 Befragten im Auftrag der MLP School of Financial Education (SoFE)
Eine repräsentative YouGov-Erhebung unter rund 1.000 Befragten im Auftrag der MLP School of Financial Education (SoFE) zeigt: Eltern sehen Potenzial, doch zwischen Zustimmung und geplanter tatsächlicher Nutzung klafft eine Lücke. Für eine breite Umsetzung fordern sie einfache Strukturen und klare Orientierung.
Wiesloch, 9. Juli 2026 – Die Frühstartrente überzeugt Eltern in Deutschland in der Theorie – in der Praxis planen viele jedoch noch eher zurückhaltend. Zwar halten 59 Prozent aller befragten Eltern die Frühstartrente für einen potenziell bedeutenden Baustein in der finanziellen Vorsorge ihrer Kinder. Gleichzeitig planen jedoch 27 Prozent der Eltern mit Kindern, die im Jahr 2020 oder später geboren wurden (n=483), vorerst ausschließlich den staatlichen Zuschuss von zehn Euro pro Monat zu nutzen.
Im Rahmen der Frühstartrente sollen Kinder und Jugendliche voraussichtlich ab 2027 bis zu ihrem 18. Geburtstag monatlich 10 Euro in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot erhalten, das die Eltern für ihr Kind eröffnen. Der Zuschuss richtet sich nach aktuellem Stand zunächst an Kinder des Jahrgangs 2020 und soll in den Folgejahren schrittweise auf die folgenden und später ggf. auch auf die älteren Jahrgänge ausgeweitet werden. Die 10 Euro können durch zusätzliche Einzahlungen der Eltern (oder anderer Personen) aufgestockt werden. Später kann das Depot vom Kind durch eigene Einzahlungen weiter bespart werden. Das Geld soll bis zum Rentenalter im Depot bleiben und so über viele Jahrzehnte wachsen.
Frühstartrente als Startpunkt – auch für die weitergehende Finanzplanung
Die Frühstartrente stößt bei vielen Eltern auf Offenheit und Interesse: 59 Prozent der Befragten planen, sich zukünftig noch näher mit dem Konzept auseinanderzusetzen – wenngleich rund ein Drittel der Eltern noch unsicher ist oder aktuell davon absieht (35 Prozent). Auch darüber hinaus haben die Pläne das Potenzial, Wirkung zu entfalten: Für 53 Prozent der Eltern ist die Frühstartrente ein Anlass, sich intensiver mit Finanz und Vorsorgethemen zu beschäftigen. Damit zeigt sich: Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, ist vorhanden – doch zwischen theoretischer Offenheit und Praxis besteht noch eine Umsetzungslücke.
Bürokratie und Komplexität bremsen Engagement
Ob aus Zustimmung tatsächliches Handeln wird, hängt für viele Eltern entscheidend von der Ausgestaltung der Frühstartrente ab. Bei der Frage nach gewünschten unterstützenden Maßnahmen für eine optimale Nutzung der Frühstartrente stehen besonders die Faktoren Einfachheit und Verlässlichkeit im Vordergrund: Am häufigsten genannt werden eine automatische Erfassung der Kinder statt einer Antragspflicht (44 Prozent) sowie eine automatische Überführung des angesparten Kapitals in ein gefördertes Altersvorsorgedepot mit Vollendung des 18. Lebensjahres (41 Prozent). Rund jeder dritte befragte Elternteil (34 Prozent) wünscht sich zudem bildungspolitische Begleitung, z. B. durch Angebote an Schulen, vom Arbeitgeber oder an privaten Institutionen.
Finanzbildung entscheidet über Wirkung
Das Signal ist eindeutig: Eltern sind grundsätzlich bereit, sich zu engagieren – sie erwarten jedoch politische Rahmenbedingungen, die verständlich, transparent und alltagstauglich sind. Unklare Regeln und bürokratische Hürden könnten die erwünschten Effekte der Frühstartrente dagegen schnell verpuffen lassen. 81 Prozent derjenigen Eltern, die für ihr Kind im relevanten Alter ausschließlich den staatlichen 10 Euro Zuschuss nutzen wollen, sehen in der Frühstartrente dennoch einen potenziell bedeutenden Vorsorgebaustein (n=129). Viele Eltern überschätzen die Wirkung dieses staatlichen Impulses also offenbar massiv – mit dem Risiko, dass ergänzende Eigenvorsorge an Bedeutung verliert.
„Unsere Studie zeigt klar: Die Frühstartrente kommt bei Eltern gut an, aber die flächendeckende Umsetzung wird trotzdem kein Selbstläufer sein“, so Dr. Carolin Gellert, Leiterin der MLP School of Financial Education. „Mütter und Väter möchten Altersvorsorgekonzepte verstehen, bevor sie finanzielle Entscheidungen für ihre Kinder treffen. Das macht deutlich, dass staatliche Impulse allein nicht ausreichen. Sie müssen durch Finanzbildung und fachliche Orientierung flankiert werden, um langfristig Wirkung zu entfalten.“
Die Pressemitteilung sowie die begleitenden Charts zu den Studienergebnissen finden Sie auf unserer Website unter folgendem Link: https://mlp-se.de/presse/pressemitteilungen/2026/eltern-von-fruehstartrente-ueberzeugt-aber-jeder-vierte-will-es-beim-10-euro-zuschuss-belassen/
Hinweise zur Methodik:
Die Daten dieser repräsentativen Befragung basieren auf Online Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels im Rahmen des „Omnibus Parents“, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum vom 10. bis 16. April 2026 insgesamt 1.003 Eltern befragt. Die Ergebnisse wurden quotiert und gewichtet. Die Befragten setzen sich repräsentativ nach der Anzahl der Kinder im Haushalt sowie Region zusammen.
Über die MLP School of Financial Education (SoFE)
Die MLP School of Financial Education ist das Weiterbildungsinstitut des Finanzdienstleisters MLP für Firmen und Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitenden hochwertige Bildungsangebote unterbreiten wollen sowie für Unternehmer und Finanzexperten. Das Seminarangebot umfasst Themen wie finanzielles Grundlagenwissen, verhaltensorientierte Finanzwissenschaft, Motivations- und Entwicklungspsychologie sowie Führung. Zudem werden Weiterbildungen für spezifische Berufsgruppen wie Mediziner, Juristen, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater angeboten. Alle Seminare werden sowohl in virtueller Form als auch in Präsenz durchgeführt. MLP bildet seit mehr als 20 Jahren seine Beraterinnen und Berater sowie seine Angestellten an der unternehmenseigenen Corporate University weiter und verfügt über umfassende Expertise und Anwenderwissen von renommierten Fachexperten aus der Finanzpraxis.
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