Gießen, Juni 2026 – Der Erde geht das Wasser aus und trotzdem steigt der Verbrauch ständig. Selbst im eigentlich wassereichen Deutschland häufen sich die Phasen eines akuten Wassernotstandes.
Die Grundwasserstände sinken, Böden trocknen aus und Flüsse führen weniger Wasser. Für den heimischen Garten bedeutet dies, dass permanent gewässert werden muss, um die Pflanzen über die Trockenperioden zu bringen. Überall dort, wo es keine Möglichkeit gibt, Regenwasser aufzufangen, hat ein Unternehmen aus dem hessischen Gießen eine einfache aber effektive Lösung gefunden, um dem Micro-Wasserbankrott abzuwenden.
Basis des Konzepts ist ein speziell entwickelter Regenauffangtrichter des Gießener Unternehmens Pluvara, der unabhängig von bestehender Infrastruktur eingesetzt werden kann. Das System sammelt auf einer Fläche von 3,1 Quadratmetern zuverlässig Regenwasser und speichert dieses in einem handelsüblichen 1.000-Liter-IBC-Container. Auf diese Weise können jährlich bis zu 3.000 Liter Wasser aufgefangen und nutzbar gemacht werden.
Besonders geeignet ist die Lösung für Standorte, an denen bislang keine Möglichkeiten zur Regenwassersammlung oder Wasserspeicherung vorhanden sind – beispielsweise in urbanen Gemeinschaftsgärten, auf Brachflächen oder in neu angelegten Gemüsebeeten.
In Kombination mit dem Bewässerungssystem des Augsburger Unternehmens Tontau entsteht daraus ein neuartiges Gesamtkonzept für eine ressourcenschonende Pflanzenversorgung. Das gesammelte Regenwasser wird über ein unterirdisches Schlauchsystem sowie spezielle Tongefäße direkt an die Wurzeln der Pflanzen abgegeben. Dadurch erfolgt eine kontinuierliche und bedarfsgerechte Bewässerung der Gemüsebeete – ganz ohne manuelles Gießen und genau dort, wo die Pflanzen das Wasser benötigen.
Die direkte Wasserabgabe im Wurzelbereich reduziert Verdunstungsverluste erheblich und sorgt gleichzeitig für eine effiziente Nutzung der verfügbaren Wassermenge. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Trockenperioden und steigender Anforderungen an nachhaltige Stadtbegrünung bietet das System eine zukunftsweisende Lösung.
Die erste Anlage dieser Art wurde gemeinsam von den Pluvara-Geschäftsführern Lukas Duraj und Eike Rother sowie Tontau-Geschäftsführer Philipp Rommeiss in Gießen installiert und offiziell in Betrieb genommen.
Mit der Kooperation wollen Pluvara und Tontau zeigen, wie einfache, skalierbare Technologien dazu beitragen können, Wasser effizienter zu nutzen und urbane Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten.
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Über Pluvara: Gegründet wurde das Unternehmen 2025 von vier Unternehmern aus Gießen in Mittelhessen. Die Idee entstand – wie so oft – aus einem konkreten praktischen Bedarf. Als Betreiber der Stiftung „Lugredu“, die sich dem Erhalt und Ausbau von Streuobstwiesen widmet, standen die Gründer vor der Herausforderung, neu gepflanzte Bäume regelmäßig mit Wasser zu versorgen. Frischwasser musste aufwendig per Anhänger herangeschafft und in IBC-Container umgefüllt werden. Aus dieser Praxis heraus entstand die Idee eines autarken Regenwassersammelsystems – die Geburtsstunde von Pluvara.
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