Erfolgreicher Abschluss der deutsch-polnischen Hebammenworkshops in Eberswalde und Stettin

Gemeinsam stark für die Geburt

Eberswalde / Stettin, Juni 2026 – Ein wegweisendes akademisches Projekt in der deutsch-polnischen Grenzregion ist erfolgreich zu Ende gegangen: Unter dem Titel „Gemeinsam stark für die Geburt: Deutsch-Polnische Hebammenworkshops im Dialog“ haben die Hochschule für Gesundheitsfachberufe Eberswalde (HGE) und die Pommersche Medizinische Universität Stettin (PUM) angehende Hebammen beider Länder zusammengebracht. Das zweiwöchige Intensivprogramm bot den Studierenden eine einzigartige Plattform für den grenzüberschreitenden fachlichen, sprachlichen und interkulturellen Austausch.

Gefördert wurde das ambitionierte Vorhaben durch das Interreg-VI-A-Kooperationsprogramm Mecklenburg-Vorpommern / Brandenburg / Polska 2021–2027 (Kleinprojektefonds der Euroregion Pomerania). Unter der fachlichen Leitung von Prof. Dr. Agnieszka Kleszcz absolvierten die Studierenden ein straffes und hochkarätiges Programm : Nach einer intensiven ersten Woche an der PUM in Stettin folgte die zweite Projektwoche an der HGE in Eberswalde.

Praxisnahe Simulationen und interkulturelles Lernen

Im Mittelpunkt des Projekts stand das gemeinsame Lernen in gemischten, internationalen Teams. Die angehenden Hebammen befassten sich intensiv mit den Besonderheiten des Berufsstandes im jeweils anderen Nachbarland, durchbrachen in Sprachworkshops Kommunikationsbarrieren und trainierten hochspezialisierte geburtshilfliche Szenarien.

Mithilfe modernster High-Fidelity-Simulatoren in den medizinischen Simulationszentren Im wurden komplexe geburtshilfliche Situationen praxisnah bearbeitet. Dazu gehörten Notfallsituationen wie extrauterine Graviditäten sowie die Betreuung von Patientinnen mit vorzeitiger Plazentalösung. Darüber hinaus wurden verschiedene klinische Szenarien rund um die physiologische Geburt durchgespielt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung und Vertiefung fachlicher Kompetenzen im Bereich der Kommunikation, insbesondere im Sinne des kommunikativen Berichtens und der interprofessionellen Zusammenarbeit.

Ergänzt wurde das Programm durch praxisorientierte Fachworkshops zu komplementären Methoden wie der mexikanischen Rebozo-Technik, der Aromatherapie sowie einem zertifizierten Kurs für Kinesiotaping in der Schwangerschaft und Perinatalzeit.

Nachhaltige Impulse: Gründung einer studentischen Konferenz

Den feierlichen und wissenschaftlichen Höhepunkt bildete der finale Projekttag an der HGE in Eberswalde, zu dem auch die regionale Presse (MOZ) eingeladen war. Neben der Vorstellung der Projektergebnisse stand eine Premiere im Raum : Die offizielle Planung und Durchführung einer gemeinsamen, internationalen wissenschaftlichen Konferenz für Hebammenstudierende, die künftig als dauerhafte Kooperation zwischen der PUM und der HGE etabliert werden soll.

Projektleiterin Prof. Dr. Agnieszka Kleszcz zog zum Abschluss eine tief bewegte Bilanz:

„Der letzte Tag unserer polnisch-deutschen Workshops brachte etwas ganz Besonderes – ein gemeinsames Projekt der polnisch-deutschen Studentenhebammenkonferenz. Ziel wird es sein, die wichtigsten ‚on top‘-Probleme der modernen Hebammen zu erforschen, kombiniert mit praktischen Workshops. Es ist eine große Freude für mich zu sehen, dass diese Zusammenarbeit nicht nur inspirierend ist, sondern auch zu konkreten, zukunftsorientierten Initiativen führt.“

Mit Blick auf die langfristige Bedeutung der akademischen Ausbildung betonte Kleszcz:

„Mein übergreifendes Ziel ist es, sicherzustellen, dass Frauen in jedem Lebensabschnitt den höchsten Standard an Geburtshilfe erhalten. Deshalb ist es so wichtig, dass unsere Studierenden heute neue Fähigkeiten erlernen, die bestmögliche Ausbildung erhalten und auf die Verantwortung vorbereitet sind, die nach dem Abschluss auf ihnen liegen wird – eine Verantwortung, die sie mit Stolz und Zufriedenheit tragen können. Ich wünsche ihnen den Mut, ihre Leidenschaften zu entwickeln, und unendliche Motivation für die Arbeit mit den Frauen und Familien.“

Das Projekt hat eindrucksvoll bewiesen, wie die akademische Hebammenausbildung und die internationale Fachkräfteentwicklung im Gesundheitswesen aktiv dazu beitragen können, die transgranitäre Zusammenarbeit zu stärken und die Versorgungsqualität für Mütter und Neugeborene nachhaltig zu sichern. Nach der feierlichen Übergabe der Zertifikate steht für die Organisatoren bereits fest: Die Brücke zwischen Eberswalde und Stettin steht – weitere gemeinsame Projekte werden folgen.

Die Akademie der Gesundheit e.V. (AdG) ist eine der größten freigemeinnützigen, staatlich anerkannten Bildungseinrichtungen für Gesundheitsfachberufe in Deutschland. Neben der beruflichen Ausbildung in vielen Gesundheitsfachberufen zählt die berufliche Fort- und Weiterbildung und die Qualifizierung internationaler Fachkräfte für das deutsche Gesundheitswesen zu den Kernaufgaben der Akademie. Rund 4.650 Bildungsteilnehmende und 180 Mitarbeitende der AdG begleiten die Bildungsteilnehmenden während der beruflichen und hochschulischen Ausbildung an den fünf Standorten: Campus Berlin-Buch, Campus Greifswald, Campus Eberswalde, Campus Wildau und Campus Brieskow-Finkenheerd. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal der Akademie der Gesundheit bilden die zwei Institute: das Institut für digitale Lehre und Medien und das Institut für soziales Lehren und Lernen.

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Von PRGateway